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Einträge vom Dezember 2008

Kubuntu 8.10 mit KDE 4.1

Seit nun gut vier Wochen nutze ich Kubuntu 8.10 »Intrepid Ibex« mit KDE 4.1 im täglichen Einsatz. Kubuntu 8.10 ist die erste Kubuntu-Version die standardmäßig mit KDE4 ausgestattet ist – zurecht, schließlich war KDE 4.0 ausschließlich für Entwickler gedacht die ihre Software auf die neuen Bibliotheken von KDE portieren wollten.
Somit stellt KDE 4.1 die erste Version aus der KDE4-Reihe dar, die sich an Endnutzer richtet. Nicht zuletzt wegen dem neuen Oxygen-Theme und der neuen Plasma-Desktop-Oberfläche war und ist KDE4 seit dem ersten Release heiß begehrt.
Kubuntu 8.10 kommt mit KDE 4.1 recht solide daher, auch wenn man leider einige Kinderkrankheiten noch merkt und einige Standard-Features noch fehlen. Die Meisten dieser Fehler werden allerdings mit dem Release von KDE 4.2 Ende Januar 2009 ausgemerzt.

Die Installation von Kubuntu geht, von der Live-CD aus, leicht von der Hand. Natürlich kann man mit der Live-CD die neue Kubuntu-Version, und vor allem KDE 4.1, ausgiebig testen, allerdings entfalten sich die Stärken von Kubuntu installiert auf einem Computer erst vollends.
Nach der gut geführten Installation steht einem ein volles Linux-System zu Verfügung, das mit zahlreichen Standard-Programmen für den alltäglichen Einsatz daher kommt. Ein kleines Rundum-Sorglos-Paket.

[Screenshot: Desktop von KDE 4.1]

Aber mit einem Rundum-Sorglos-Paket gibt sich ein ein erfahrener Linuxer nicht unbedingt zufrieden und dabei traf ich auf einige Höhen und Tiefen:

Die neue Konfiguration des X-Servers (das System, das unter Linux die grafische Oberfläche verwaltet) ist definitiv einen Höhepunkt: Direkt nach der Installation, beim ersten Systemstart, wurde meine Grafikkarte (NVIDIA GeForce 8800 GT) und mein Bildschirm (Samsung SyncMaster 2443BW) korrekt erkannt und die Bildschirmauflösung direkt korrekt auf 1920×1200 Pixel eingestellt. Da allerdings nur der quell-offene Standard-Treiber für NVIDIA-Grafikkarten von Haus aus installiert ist, sind bei KDE 4.1 zunächst alle Compositing-Effekte (Schatten, echte Transparenz, 3D-Effekte, usw.) deaktiviert. Nach der Installation des proprietären Treibers von NVIDIA, der volle 3D-Unterstützung hat, war nach einem Neustart des X-Servers die Compositing-Effekt direkt aktiviert und die Standard-Konfiguration geladen. Klingt vielleicht zunächst nach einer simplen Begebenheit, kann aber jedem, der schon mal Ärger mit dem X-Server hatte, ein kleines Lächeln auf den Mund zaubern.

[Screenshot: Fensterwechsel mit Compositing-Effekten]

Die Finger werde ich in Zukunft vom Adobe Reader lassen. Dieser wirkte schon unter meinem alten KDE 3.5 sehr behäbig und langsam; wie sein Windows-Pendant. Und warum soll ich mir noch einen PDF-Betrachter installieren, wenn mir mit dem neuen Okular (der KPDF und KGhostView ersetzt) aus dem KDE-Paket ein PDF-/PS-Betrachter in die Hand gelegt wird, der schneller und vielseitiger ist als der aus dem Hause Adobe!?

[Screenshot: PDF-Betrachter Okular]

Auch wenn es bisher schon immer recht einfach war HP-Drucker und -Scanner (bzw. Multifunktionsgeräte) unter Kubuntu in Betrieb zu nehmen, hat mir Kubuntu 8.10 einen besonderen Aha-Effekt beschert: Drucker angeschlossen, eingeschaltet und die HPLIP-Toolbox gestartet: Mein PSC 1110 (Multifunktionsgerät mit Drucker und Scanner) war sofort erkannt, konfiguriert und bereit. Ein wahrer »Out Of The Box«-Effekt, wie er in der Werbung immer allzu gerne verkauft wird. Da ist die Installation des selben Gerätes unter Windows XP um einiges komplizierter!
Einzig beim Scan-Programm gab es eine kleine Umstellung vom Scan-Programm Kooka zu Skanlite (das im extragear-graphics-Paket liegt), da es von Kooka noch keine Portierung zu KDE4 gibt und es bisher auch keine Leute gibt, die es weiter entwickeln oder portieren.

[Screenshot: HPLIP Toolbox-Startbildschirm]

Die grafische Oberfläche für die Paket-/Software-Verwaltung, Adept, wurde allerdings schon auf die neue KDE-Version portiert, ist allerdings noch in der Beta-Phase, was sich leider stark bemerkbar macht: Ich finde es für den regulären Einsatz noch zu instabil und unausgereift. Die Suche nach Softwarepaketen, zum Beispiel, funktioniert bei mir nur umständlich und zum Teil leider gar nicht.
Ich bin nun für die Steuerung der Paketverwaltung vorerst komplett auf die Shell-Tools (apt bzw. dpkg) umgestiegen. Diese funktionieren zum Teil etwas anders und ungewohnt (wenn man bisher nur größtenteils auf das grafische Frontend gesetzt hat), aber Softwarepakete lassen sich dennoch recht komfortabel darüber installieren, deinstallieren, update, usw.

[Screenshot: Grafische Software-Verwaltung Adept]

Tastenkürzel unter KDE 4.1 funktionieren nur bedingt und das Zuweisen eigener Tastenkürzeln funktioniert bisher leider gar nicht: Es ist zwar möglich Tastenkürzel zu vergeben, aber sie werden nicht angewendet. Dies liegt aber an KDE und nicht an Kubuntu und dieses Feature wird mit KDE 4.2 wieder eingeführt.

[Screenshot: Dolphin-Dateimanager mit einigen geöffneten Tabs]

Dolphin, der neue Standard-Dateimanager, macht im großen und ganzen mittlerweile eine ganz gute Figur. Seitdem dem er mit KDE 4.2 auch Tabs beherrscht, ist er wieder für mich interessant geworden. Zudem kann er auch nun die Dateiansicht teilen, sodass man zwei Ordner nebeneinander offen haben kann und so z.B. Dateien schnell und einfach hin und her verschieben kann. Leider geht dies nur einmal und auch nur vertikal. Komplexere Fensterteilungen mit horizontalen und vertikalen Ansichten mit beliebig vielen Teilungen, wie es im Konqueror möglich ist, sind leider nicht möglich.
Leider ist Dolphin auch noch sehr langsam, gerade bei Ordnern die viele Dateien beinhalten dauert es lange bis alle Dateien angezeigt werden und die Dateivorschauen (Thumbnails) geladen sind. Zudem wird er dann sehr instabil und neigt dazu abzustürzen. Da ist Konqueror immer noch bei weitem stabiler und schneller, auch wenn er leider auch etwas träge geworden ist. Wenn des darum geht mit vielen Dateien zu arbeiten, diese z.B. zu verschieben, greife ich lieber wieder auf Konqueror zurück, der dies mit Bravour meistert.

[Screenshot: Konqueror-Dateimanager mit vertikaler und horizontaler Fensterunterteilung]

[Screenshot: Übersicht der Erweiterten-Systemeinstellungen]

In den Systemeinstellungen fehlt leider nun das Modul für die Festplatten-Zuordnung. Dafür ist nun ein komfortabler Editor für den Bootmanager GRUB hinzugekommen.
Das Fehlen des Zuordnungsmoduls für Festplatten und Partitionen, mit dem man die Mountpunkte und -optionen festlegen konnte, ist allerdings weniger tragisch, wenn man etwas mit der fstab-Datei umgehen kann, denn diese ist seit dieser Kubuntu-Version recht gut dokumentiert bzw. kommentiert, sodass es einem leichter fällt eine Partition mit den korrekten Mountbefehlen zu versehen.

[Screenshot: Im Texteditor Kate mit geöffneter und gut kommentierter fstab-Datei]

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